Das war die Low-Carb-Woche

Allgemein, Low Carb Revolution, Low Carb Revolution

Heute geht die Low-Carb-Woche zu Ende, da habe ich mir einige grundlegende Gedanken zum Thema gemacht. Zunächst einmal war es eine interessante Woche mit einigen Rezepten, die meinen Speiseplan sicher auch in Zukunft bereichern werden. Mehr Käse auf Salatblatt als Käse auf Brot und mal ein Kuchen ohne Mehl und Zucker. Was Annie Bells Kochbuch „Low Carb Revolution“ angeht, werde ich daraus sicher noch einiges probieren, zu dem ich bislang nicht gekommen bin, den Fake-Kartoffelsalat aus Sellerie zum Beispiel oder die Entenbrust mit Roter Bete vom Blech. Mir gefällt, dass Annie Bell kein großes Tamtam um Low-Carb-Ernährung macht, sondern einfach Gerichte zusammengestellt hat, die alltagstauglich und lecker sind und die die Nicht-Low-Carber in der Familie mit Nudeln & Kartoffeln ergänzen können. Vielleicht nicht die strengste Art dieser Ernährungsweise, aber in jedem Fall eine praktische.

Der dunkle Schoko-Mousse-Kuchen in der Kolleg*innenkritik

Im Selbstversuch, Low Carb Revolution, Low Carb Revolution

Wie immer, wenn man leckeres Gebäck in die Büroküche stellt, ist es ratz-fatz verputzt. Ich hatte vorher nicht verraten, was im Low-Carb-Schokokuchen steckt, und die Reaktionen waren eindeutig: Lecker (das ist schon mal das Wichtigste), nicht zu süß, dafür sehr schokoladig, fruchtig, saftig und wunderbar moussig. Es wurde lebhaft geraten: So cremig – ist da Frischkäse drin? Feigen? Purer Kakao?

Schokokuchen Low Carb Revolution Bild

Kann denn Kakao Sünde sein? Ein Low-Carb-Schokokuchen!

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Schokolade! Mein Grundnahrungsmittel, das mir in der Low-Carb-Woche echt gefehlt hat. Es gibt ein paar recht gute, kohlenhydratarme Schokoladen und Bitterschokolade mit einem ausreichenden Kakaogehalt (99 % wären wohl ideal – aber die sind oft einfach zu bitter) ist nach Meinung einiger Low Carber auch ok. Aber manchmal fällt es ja leichter, etwas komplett wegzulassen. Und wie Annie Bell über die Dessertrezepte sagt: Die sind zwar „relativ Low Carb“, aber dennoch nur was für besondere Tage.

Rrrrröstgemüse. Damit die Verlagsvilla duftet.

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Nach dem Schlemmermahl von gestern fällt das Mittagessen heute etwas sparsamer aus: Es gibt ein simples Röstgemüse aus dem Ofen – ja, so eine Küche in der Arbeit ist extrem praktisch, wir sind ja nicht umsonst ein Kochbuchverlag!

Für heute war es perfekt und so einfach zuzubereiten! Morgens habe ich das Gemüse geschnippelt, es mit geklärter Butter und Gewürzen (Harissa sorgt für eine gute subtile Schärfe!) in eine Box gegeben, in der es sicher zum Arbeitsplatz transportiert werden konnte. So mariniert das Gemüse praktischerweise auch gleich. Annie Bell reicht dazu z. B. Ragout, geschmortes Fleisch oder Fisch, oder einfach etwas luftgetrockneten Schinken.

500 g Knollensellerie, geschält und in 1–2 cm dicke Spalten geschnitten
400 g Rote Bete, geputzt, die Enden entfernt, in Spalten geschnitten
400 g Karotten, geputzt, längs halbiert und in zwei kurze Stücke geschnitten
75 g Butter
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer (*die Redaktion rät: statt Pfeffer ½ TL Harissa – in die Butter rühren schön scharf!)

Den Backofen auf 210 °C (Umluft 190 °C) vorheizen. Das Gemüse auf ein großes Backblech geben. Die Butter klären. Das Gemüse salzen, pfeffern und gut durchmischen. Anschließend dicht nebeneinander, aber nicht überlappend auf dem Blech verteilen und 70–75 Minuten im heißen Ofen goldbraun rösten. Nach der Hälfte der Garzeit mit einem Pfannenheber wenden.

Kohlenhydrate 18,5 g Protein 3,9 g

Low Carb Revolution Umschau Verlag Roestgemuese

Low-Carb-Frühstück – eine Herausforderung am Morgen

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Zum Frühstück stehen bei 38 % der deutschen Haushalte mit Kindern Cerealien (Cornflakes & Co.) auf dem Speiseplan, weitere 43 % essen Müsli – Zahlen, die Low-Carb-Fans wahrscheinlich Gänsehaut bereiten. Dabei stecken in diesen 19% ja auch noch die Brot- und Gebäckfrühstücker! Die Wenigsten ernähren sich morgens also kohlenhydratarm, dabei wäre das ein weniger belastender Start in den Tag.

Normalerweise gehöre ich zu den 19%: Unbedingt Brot! Mit Marmelade und Honig. Sonst schmeckt der Kaffee nicht. Doch ein Low-Carb-Frühstück, wie es Annie Bell vorschlägt, ist für mich aus anderem Grund eine Herausforderung: Damit man nicht gleich wieder hungrig wird, plädiert sie für ein herzhaftes, proteinreiches Frühstück – also z.B. Rezepte aus ihrem Kapitel „Eierspeisen“. Da gibt es Eier-Wraps, eine Räucherlachs-Frittata, eine Tortilla…Sicherlich total lecker. Nur bitte nicht zum Frühstück schon so viel Ei! Ich schnipplse mir daher lieber einen halben Apfel in den Sojajoghurt und toppe das Ganze mit Kokoschips und Sonnenblumenkernen, Leinsamen und Sesam.

Neuer Umschau Buchverlag Low Carb Revolution Frühstück

Wer es jedoch herzhaft mag, für den kommt hier das Rezept für Eier-Wraps – eigentlich auch perfekt als Büro-Lunch, wenn eine Pfanne in der Nähe ist. Guten Appetit!

Annie Bells Tipp: Kartoffel-Tortillas sind tabu, aber diese hauchdünnen Omelettrollen sind ein guter Ersatz. Füllen Sie sie mit Ihren Lieblingszutaten, von Räucherlachs und Frischkäse bis hin zu zerrupftem Entenfleisch und Gurke.

Für 4 Portionen
4 mittelgroße Eier
1 EL Zitronensaft
3 gehäufte EL grob
gehacktes Koriandergrün
1 EL Pflanzenöl und 1 weiterer EL zum Braten
1 TL fein gehackter frischer Ingwer
1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt
1 gehäufter TL fein gehackte
mittelscharfe grüne Chili
Meersalz

NEUTRALE WRAPS

Verrühren Sie 4 mittelgroße Eier, 1 EL Olivenöl extra vergine, 1 EL Wasser und etwas Meersalz und bereiten Sie die Omeletts wie oben beschrieben zu. Servieren Sie sie zusammengerollt als Wraps.

  • Bestreichen Sie die Omeletts großzügig mit Quark oder fettarmem Weich- oder Frischkäse, belegen Sie sie mit je einer Scheibe Kochschinken und garnieren Sie sie mit Kressestielen, mit Senf- oder Kressesprossen.
  • Bestreichen Sie die Omeletts mit fettarmem Weich- oder Frischkäse, belegen Sie sie mit Räucherlachsscheiben, beträufeln Sie sie mit einigen Spritzern Zitronensaft.
  • Bestreichen Sie die Omeletts mit schwarzer oder grüner Oliventapenade, belegen Sie sie mit gekochten Spargelstangen und geviertelten Kirschtomaten.

 Nur die Omeletts: Kohlenhydrate 0,3 g Protein 6,3 g

Neuer Umschau Buchverlag Low Carb Revolution Frühstück

Fotografie © Annie Bell: Low Carb Revolution; Neuer Umschau Buchverlag 2015 (1), Neuer Umschau Buchverlag (1)

Hier fehlt ja gar nichts? Coq au Vin.

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Sonntag. Zeit zum Kochen. Oder auch einfach: Zeit, einen Coq so lange im Vin schmurgeln zu lassen, bis er butterweich wird. So geschehen heute, beim ersten Rezept aus Annie Bells „Low Carb Revolution“.

Zur Erinnerung: Nix mit Bandnudeln und  Pellkartoffeln als Beilage, das wäre ja High Carb. Es gibt Huhn mit Champignons und feinen Zwiebeln, die im Rotweinsud ihren süßen Geschmack offenbaren. Das Interessante: Die stopfende Carb-Beilage fehlt nicht mal dem Herrn im Hause, die sensorische Aufmerksamkeit kann sich ganz auf das Fleisch richten (das selbige auch sehr verdient hat) und danach kommt es nicht zum Mittagstief. Ein simples Mittagsmahl mit Klasse, bei dem nichts fehlt!

Auffällig am Rezept ist, dass Annie Bell immer mal wieder Fett abgießt und abschöpft. Das ergibt Sinn, denn in der Sauce schwimmt es mit, aber die guten Proteine stecken natürlich im Fleisch, nicht im Fett. Dennoch verwendet sie in ihren Rezepten sympathischerweise keine Ölsprays, mit denen der Pfanne homöopathische Dosen Öl verabreicht werden.

Und hier ist das Rezept – vielleicht für euren nächsten lazy sunday?

Für 4 Portionen

1 EL Pflanzenöl
1 ganzes Hähnchen (1,6 kg, Freilandhaltung), in 6–8 Teile zerlegt (wir haben für 2 Personen 3 Hähnchenschlegel verwendet)
75 g ungeräucherter, durchwachsener Bacon ohne Schwarte, gewürfelt
600 ml Rotwein
150 ml Hühnerbrühe
‚1 Lorbeerblatt
2 Stiele frischer Thymian
15 g Butter
200 g kleine Zwiebeln oder Schalotten, geschält
100 g Champignons, geputzt
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 Handvoll glatte Petersilie, grob gehackt, zum Servieren

Den Backofen auf 150 °C vorheizen. Das Öl bei mittlerer bis hoher Temperatur in einem großen gusseisernen Bräter erhitzen. Die Hähnchenteile von allen Seiten salzen, pfeffern und portionsweise anbraten. In eine Schüssel geben und das Fett aus dem Bräter abgießen.

Den Bacon in wenig verbliebenem Fett braten, bis er zu bräunen beginnt und das Fett bis auf 1 EL abgießen. Anschließend die Hähnchenteile zurück in den Bräter geben, mit Rotwein und Brühe ablöschen und das Lorbeerblatt und den Thymian hinzufügen. Zum Kochen bringen und zugedeckt 1 ½ Stunden im heißen Ofen schmoren lassen, bis das Fleisch gar und zart ist. Nach der Hälfte der Zeit die Hähnchenteile wenden.

Die Butter bei schwacher Hitze in einer beschichteten Pfanne zerlassen. Darin die Zwiebeln unter Rühren 15 Minuten andünsten. Kurz vor Ende der Garzeit (5–7 Minuten) die Champignons hinzufügen und mitdünsten; die Mischung sollte hellbraun gedünstet sein. In der Zwischenzeit die Hähnchenteile aus dem Sud nehmen und in eine Schüssel geben. Behutsam das Fett vom Sud abschöpfen und diesen um die Hälfte einkochen, dabei immer wieder Fett abschöpfen. Das Fleisch zurück in die Sauce geben und, falls nötig, zugedeckt nochmals erhitzen. Zwiebeln und Pilze dazugeben, alles mit Salz und Pfeffer abschmecken, auf vorgewärmten Tellern anrichten und mit Petersilie bestreut servieren.

Kohlenhydrate: 2,6 g
Protein: 56,1 g

Coq au vin aus "Low Carb Revolution

Eine Woche Low Carb!

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Eine Woche Low-Carb-Ernährung. Das ist per se ein Paradox: Wer seine Ernährung auf „Low Carb“ umstellt, also in Zukunft die Kohlenhydratzufuhr beschränkt, der hat von einer Woche nicht viel. Das vorab, denn Low Carb ist eben eine Ernährungsweise mit langfristiger Wirkung, keine ungesunde Crash-Diät.

Worum geht’s? Mal wieder wird die Ernährungspyramide durcheinandergewirbelt – wie die Autorin Annie Bell schreibt in „Low Carb Revolution“: „Noch gegen Ende des 20. Jahrhunderts stopfte uns diese offizielle Ernährungspyramide mit komplexen stärkereichen Kohlenhydraten in Form von Nudeln, Kartoffeln und Brot (die die Basis der Pyramide bildeten) voll.“ Genau diese Kohlenhydrate meidet man – da geht es nicht nur um Nudeln und Kartoffeln, sondern auch darum, sich der Kohlenhydrate in anderen Lebensmitteln (Milchprodukte, Obst) bewusst zu werden und den Zuckerkonsum zu reduzieren. Klingt erstmal recht einfach, oder?

Ist auch einfach. Zwar widerstrebt der Verzicht auf z.B, Brot zuerst einmal den Brotvernarrten Mitteleuropäern, aber wenn man seine Ernährung ohne große Schwierigkeiten umstellen kann, wie es Annie Bell beschreibt, ist das zumindest einen Versuch wert. Ich bin bei weitem noch keine Expertin in der Sache, denn man kann sich sehr viel genauer mit Low Carb beschäftigen. Aber für den Einstieg probiere ich es mit Annie Bells „Low Carb Revolution“. Annie Bell ist Rezeptautorin und hat u.a. schon für die Vogue gearbeitet, sie entwickelt also auch allerhand andere Rezepte. Für sich selbst hat sie aber die Low-Carb-Ernährung entdeckt – also glauben wir der Frau mal, dass sie weiß, was sie tut, und legen los! Die eine oder andere Bereicherung für den Speiseplan ist mit Sicherheit drin.

Auf in eine interessante Low-Carb-Woche!